Das besondere an der Fotografie von Alexandra Jung ist, dass nichts gestellt und nichts erzwungen wird. „Sei einfach so, wie Du bist“ hört man bei einem Fototermin von ihr, was mit Sicherheit bei manchem Fotomodell die Frage aufwirft, „wie bin ich eigentlich?“. Egal wie man wirklich ist, sie fängt es im Bild ein, und das besser als ein Spiegel, da jedes Bild „Leben“ zeigt, nichts wird krampfhaft hervorgerufen.

Man fühlt sich wohl beim Fotografieren, man kann so sein, wie man sein möchte.
Wo darf man das sonst noch? Man wird hundertfach fotografiert, keine Spur von Anspannung, da sie es stets versteht, unaufdringlich im verborgenen ihre kunstvolle Arbeit zu verrichten.

Das Ergebnis: Ob ein winziges Detail eingefangen wurde, eine einmalige Szene oder ein unvergessener Glücksmoment, die Bilder spiegeln nicht nur eine Ansicht, sondern ganze Stimmungen und rufen bei jedem Betrachten wieder die dabei erlebten Empfindungen hervor.

Keiner von uns ist ein Fotomodell, welches es gewohnt ist, im Blitzlichtgewitter seine besten Seiten zu zeigen. Das ist bei Alexandra Jung auch nicht notwendig, um den wahren Inhalt eines Moments bildlich festzuhalten. Der Wechsel zwischen völlig deutlichen Ausschnitten und verwischten Hintergründen, die klare Abgrenzung zwischen Bewegung und stillem Innehalten, formatfüllende Portraits und ausgezeichnete Profilaufnahmen, das alles ist es, was den Foto-Stil von Alexandra Jung auszeichnet. Sie strahlt Geduld und gleichzeitig tiefe Freude beim Fotografieren aus, lässt alles geschehen. Bei schwarz-weiß, sepia oder anderen „Experimenten“ läuft Sie zu Hochform auf.

Es gibt nichts, was sie nicht festhalten kann, wenn man sich so gibt, wie man wirklich fühlt und wie man wirklich ist. Alexandra Jung hat im vergangenen Jahr von mir während meiner Bühnenauftritte ca. 2.000 Bilder geschossen. Ich möchte auf kein einziges verzichten. Beim Verkauf meiner CD ist die häufigste Anmerkung: Die Bilder sind ja wohl der Hammer.

Ramon Chormann, Mundart-Kabarettist, 10.04.2008